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Mit viel Neuem zurück in die Heimat
27.08.2018 11:22 (42 x gelesen)

Mit viel Neuem zurück in die Heimat

Besuch der Delegation aus der ukrainischen Stadt Kremenez in Ilsenburg beendet

Bericht aus der Volksstimme vom 18. August 2018

Etwas verschlafen wirkte Oleksii Kovalchuk an diesem Montagmorgen, doch die Nachwirkungen der anstrengenden Reise von Kremenez nach Ilsenburg wurden schon bald überlagert von den Eindrücken seines ersten Fluges und der Fahrt über deutsche Straßen. Kovalchuk ist Bürgermeister der ukrainischen Stadt Kremenez und eines von neun Mitgliedern einer Delegation, die in dieser Woche Ilsenburg besuchten. „Die Landschaft ist hier ähnlich wie bei uns. Auch wir leben in einem Mittelgebirge und auch in unserer Stadt gibt es zahlreiche historische Kirchen. Doch die Straßen sind hier viel besser“, sagt Kovalchuk.

 



Kremenez liegt im Westen der Ukraine und zählt etwa 20000 Einwohner. Zwar ist die Stadt nicht unmittelbar von dem seit 2014 herrschenden Bürgerkrieg betroffen, doch in den Gesprächen wird immer wieder deutlich, dass auch hier die Auswirkungen des militärischen Konflikts in der Ostukraine deutlich spürbar sind. „In den Schulen sind die Fotos der Gefallenen zu sehen, die nach ihrem Abschluss an die Front gegangen sind“, erklärt Nataliia Shcherbatiuk, Hochschullehrerin aus Kremenez. Außerdem sei die Zahl der Touristen, die vorher zu einem Großteil aus Polen kamen, stark zurückgegangen. Ohnehin sei die Lage in der Ukraine schwierig. Viele Betriebe mussten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schließen und der Aufbau eines funktionierenden kommunalen Systems ist ein langer Prozess.


Großes Interesse an Abwasseranlagen

Dementsprechend kreisten die Diskussionen in der Ilsenburger Stadtverwaltung schnell um Fragen zur kommunalen Arbeit wie Steuererhebung und Steuerüberwachung. Detaillierte Auskünfte wurden von den zuständigen Mitarbeitern auch zu Fragen des Infrastrukturausbaus gegeben.

Ein besonderes Interesse der ukrainischen Delegation galt dem Thema Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung. Seit längerer Zeit befindet sich in Kremenez eine neue Kläranlage in Vorbereitung, sodass ein Besuch beim Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode in Silstedt organisiert wurde. Kurz vor der Reise nach Ilsenburg erfolgte die Bewilligung der Gelder, die es ermöglicht, dass die Planung starten kann. Die Erklärungen von Geschäftsführer Nikolai Witte und Fachbereichsleiter Stephan Sterzik zur Funktionsweise der Anlage dienten als umfassende Einführung in die Thematik. Für die Zukunft bot Nikolai Witte einen Erfahrungsaustausch und beratende Unterstützung für Fachkräfte der Stadt Kremenez an. Größtes Unternehmen der Stadt ist ein Molkereibetrieb. Dies stelle die Kläranlage und die Verwaltung vor besondere Herausforderungen, da ein spezielles Verfahren zur Reinigung notwendig sei, so Witte. Auch in Silstedt hätte es bis vor wenigen Jahren noch eine Molkerei gegeben. Die so gesammelten Erfahrungen könnten beim Bau in Kremenez dabei helfen, mögliche Probleme im Voraus zu vermeiden und Lösungsansätze zu entwickeln.

Auch der in Deutschland herrschende Fachkräftemangel wurde thematisiert. Es sei immer schwieriger, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, was die Industrie vor riesige Herausforderungen stellt, wie ein Harzer Unternehmer in einem Gespräch betonte. Besonders gute Erfahrungen hätte er mit ukrainischen Fachkräften gesammelt, die ihn durch Disziplin und Arbeitseinsatz beeindruckten. Durch geltende Visabestimmungen sei es jedoch immer nur möglich, die Beschäftigung für einen begrenzten Zeitraum zu ermöglichen.

Bei einem Besuch der Harzer Kreisverwaltung standen Fragen zu Arbeitsvisa im Fokus, so dass geprüft werden konnte, welche Möglichkeiten für einen Fachkräfteaustausch der beiden Länder bestehen. Im Gegensatz zu Ilsenburg befindet sich die Industrie in Kremenez erst langsam im Aufbau. Eine Betriebsführung durch die Anlagen von ThyssenKrupp Presta zeigte, dass auch in einer Kleinstadt die Ansiedlung von Hochtechnologie möglich ist, wenn die infrastrukturellen Voraussetzungen vorhanden sind.

Am letzten Tag des Besuchs erfolgte eine Besichtigung des Wohnheims für Menschen mit körperlicher Behinderung „Haus Oehrenfeld“. Halyna Kravchuk, die für zwei Tage in der Einrichtung mitarbeitete, war beeindruckt von der Erfahrung und dem offenen Umgang mit den Bewohnern. Kremenez besitze kein vergleichbares Wohnheim. Der Umgang mit Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung sei oft von Vorurteilen belastet. Außerdem zeigte sie sich begeistert vom Personal „Jeder Mitarbeiter ist in allen Bereichen geschult. Sie sind Pfleger, Physiotherapeut, Pädagoge und Psychologe. Dieses umfassende Wissen finde ich toll“, so Kravchuk.
Anregung zum Kulturaustausch

Bei einem abschließenden Treffen am Mittwochabend bedankte sich die Delegation aus Kremenez für die Gastfreundschaft. Für alle Beteiligten war es ein wichtiger Einblick in die kommunale Arbeit, der deutlich gemacht hätte, wo Herausforderungen aber auch Chancen für die Zukunft lägen. Gerade die Erfahrungen, die Ilsenburg seit der Wiedervereinigung gemacht hätte, könnten helfen, bestimmte Entwicklungen in Kremenez voranzutreiben.

Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) erklärte zum Abschluss, die Wichtigkeit des kulturellen Austauschs, der zum Beispiel durch einen Besuch des Jugendorchesters Kremenez in Ilsenburg vorangebracht werden könnte.

Der Besuch der ukrainischen Delegation wurde gefördert durch Engagement Global gGmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

 

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